Die COVID-19-Pandemie hat das Kaufverhalten von B2B-Kund*innen erheblich verändert und die Digitalisierung des B2B-Handels und des Zahlungsverkehrs auf digitalen Marktplätzen in einem noch nie dagewesenen Tempo vorangetrieben. Dieser Artikel befasst sich mit den wichtigsten Chancen und Risiken für digitale B2B-Marktplätze, die sich aus der beschleunigten Digitalisierung ergeben.
Digitale B2B-Marktplätze auf dem Vormarsch
Seit Jahren können B2C-Kund*innen praktisch alles online über digitale Marktplätze wie Amazon, eBay und Alibaba kaufen. Im Gegensatz dazu haben B2B-Kund*innen nur begrenzten digitalen Zugang, obwohl der B2B-Markt den B2C-Markt von der Größe her deutlich überschattet.
Besonders deutlich wird dies in Branchen wie dem Großhandel und der Logistik, wo viele B2B-Unternehmen überwiegend offline arbeiten und sich bei der Abwicklung von Bestellungen und Zahlungen auf veraltete Methoden wie E-Mail, Fax und Papierrechnungen verlassen. Das Blatt wendet sich jedoch, da sich die Erwartungen der B2B-Kund*innen weiter verändern und die Notwendigkeit, diese Erwartungen zu erfüllen, zunimmt.
Das Wachstum digitaler B2B-Marktplätze ist seit Jahren weltweit zu beobachten, doch hat sich ihre Expansion seit dem Ausbruch der COVID-19-Pandemie dramatisch beschleunigt. Als Schließungen und soziale Distanzierung zur Norm wurden, wandten sich B2B-Kund*innen zunehmend dem elektronischen Handel zu, um ihre Geschäfte aufrechtzuerhalten. Diese Marktplätze befinden sich zwar noch in der Entwicklungsphase, doch ihr Potenzial zur Veränderung von Geschäftstransaktionen ist eindeutig und überzeugend.
Wir stehen also an der Schwelle zu einem bedeutenden Wandel im B2B-Zahlungsverkehr, der durch die zunehmende Digitalisierung von Finanzprozessen gekennzeichnet ist, wobei Marktplätze eine zentrale Rolle einnehmen. Dieser Wandel bringt verschiedene Chancen und Risiken mit sich.
Chancen für digitale B2B-Marktplätze
Im Grunde ist ein digitaler B2B-Marktplatz ist nichts anderes als eine Online-Plattform, die B2B-Händler und Käufer zusammenbringt und es ihnen ermöglicht, Transaktionen durchzuführen.
Im Gegensatz zum eigenen Online-Shop bieten hier mehrere Verkäufer ihre Produkte an und bewerben den Ort, an dem sie verkaufen, genauso wie das, was sie verkaufen. Aus Sicht des Marktplatzbetreibers ist es deshalb zentral, Händlern und Kunden eine herausragende Usability zu bieten und darüber die Nutzung der Plattform umfassend zu skalieren. Im besten Fall entsteht eine Viralität, die kostenlosen, organischen Traffic erzeugt.
Händler profitieren auf B2B-Marktplätzen von:
- Erhöhter Reichweite
- Erweiterten Zielgruppen, da der Marktplatz einen neuen Kontaktpunkt für Kunden und Märkte darstellt
- Mehr Umsatz, wenn der Marktplatz mit hohem Traffic und Conversion Rates punktet
Käufer profitieren auf B2B-Marktplätzen von:
- Einem großen Sortiment mit guter Übersicht über den Markt
- Einer hohen Preistransparenz
- Einer einfachen und verlässlichen Plattform, wenn diese professionell betrieben wird und eine gute Performance aufweist
In Zeiten von Lieferengpässen kann ein digitaler B2B-Marktplatz auch dazu beitragen, Probleme mit der Supply Chain zu lösen und die Geschäftskontinuität aufrechterhalten. Indem Geschäftskunden Zugang zu einer breiten Palette von Anbietern erhalten, verringern sie ihre Abhängigkeit von einer kleinen Gruppe von Lieferanten.
Diese Vorteile gehen jedoch auch mit einigen Risiken einher, derer sich Betreiber von B2B-Marktplätzen bewusst sein sollten.
Herausforderungen und Risiken
Die Komplexität von B2B-Transaktionen stellt eine große Herausforderung für Betreiber von B2B-Marktplätzen dar, zumal sich die Prozesse in der Regel nicht 1:1 von B2C übertragen lassen. Es erfordert ein Verständnis aller Phasen des Transaktionsablaufs und der dahinterstehenden Prozesse. Die Umsetzung des komplexen Transaktionsprozesses auf einer Plattform und die Perfektionierung der Benutzeroberfläche verlangt nach einer ausgefeilten Technologie.
Folgende Risikofaktoren gilt es zu managen:
- Verkäufer-Risiko. Unvollständige, falsche Produktinformationen sowie Bestellungen, die nicht korrekt oder rechtzeitig geliefert werden, schaden dem B2B-Marktplatz. Um das Verkäufer-Risiko zu minimieren, braucht es klare Vorgaben und Standards für alle Händler. Falls Kunden Schwierigkeiten mit einem Verkäufer haben, benötigen sie einen Support, den sie in diesem Fall kontaktieren können.
- Daten-Risiko. Auf Online-Marktplätzen werden Tausende von persönlichen Kundendaten gespeichert, die Aufschluss über die Ausgabegewohnheiten geben. Diese Informationen helfen zwar dem Marktplatz, effizienter zu verkaufen, dürfen aber in Bezug auf die Datenschutz-Grundverordnung nur mit ausdrücklicher Zustimmung des Kunden verwendet werden und müssen sicher gespeichert werden. Kommt es infolge einer Datenpanne zur Preisgabe dieser Informationen, kann dies den Ruf des Marktplatzes für immer zerstören.
- Compliance-Risiko. Wer einen B2B-Marktplatz betreibt – vor allem, wenn es sich um einen globalen handelt – muss die sich ändernden regionalen und nationalen Steuer- und Bankvorschriften beachten, die sich auf den Verkauf auswirken. Um das Compliance-Risiko zu minimieren, braucht es die entsprechende steuerliche Expertise und eine richtige Software.
- Ausfall-Risiko. Die durchschnittlich hohen Auftragswerte stellen für B2B-Marktplätze auch ein größeres Risiko dar und verlangen nach einer verlässlichen Plattform, die das Ausfallrisiko mit einem verlässlichen Risikomanagements kontrolliert. Voraussetzung dafür ist eine technische Infrastruktur, die komplexe Aufgaben wie flexible Zahlungsziele, Factoring, Bonitätsprüfung und Betrugsprävention im Rahmen des Checkouts meistert.
Zwei Ansprüche, die digitale B2B-Marktplätze erfüllen muss
Der Erfolg von B2B-Marktplätzen hängt nicht zuletzt davon ab, ob es gelingt, diese Komplexitäten zu meistern und wie einfach es für den Einkäufer ist, vor diesem Hintergrund seine Einkäufe zu tätigen.
- Nur wenn die Komplexität unsichtbar bleibt und für den Geschäftskunden ein einfaches Einkaufserlebnis gewährleistet ist, kann ein Marktplatz hohe Abschlussraten erzielen. Das gilt besonders für den B2B-Bereich, wo zahllose aufwendige operative Prozesse im Hintergrund ablaufen und die Ressourcen eines Unternehmens binden. Richtig gemacht, kann allein die nahtlose Zahlungsabwicklung die Attraktivität eines B2B-Marktplatzes erheblich steigern.
- Nur wenn B2B-Marktplätze die von den Einkäufern präferierten Zahlungsmethoden implementieren, werden sie nachhaltig erfolgreich sein. In Deutschland wünschen sich 95 Prozent der Unternehmen beim Online-Einkauf den Kauf auf Rechnung, aber nur 84 Prozent der B2B-Onlineshops bieten laut ibi Research mindestens eine Option zur zeitversetzten Zahlung an. Nur 45 Prozent bieten allen Kundentypen – Neukunden und Bestandskunden – Zahlungsaufschub an. Hier besteht Aufholbedarf.
Ziel der Betreiber von B2B-Marktplätzen muss also sein, dem Einkäufer Buy Now, Pay Later als Option bereitzustellen und es ihm dabei so einfach und komfortabel wie möglich zu machen. Das geht nur mit einer Payment-Lösung, die speziell an die Erfordernisse des B2B-E-Commerces angepasst ist und die im Hintergrund ablaufenden Prozesse in den Check-out integriert und automatisiert.
Buy Now, Pay Later von Mondu
Hier setzt Mondu an: Mit Buy Now, Pay Later für B2B von Mondu können B2B-Marktplätze ihren Kunden Kauf auf Rechnung anbieten – die beliebteste Zahlungsmethode im B2B-Bereich – und das auf die denkbar einfachste Art und Weise.
Mondu integriert die fürs Risikomanagement essentielle Bonitätsprüfung nahtlos in den Online-Checkout. Diese läuft in Sekundenschnelle ab, der Kunde muss dafür lediglich seinen Namen und seine Adresse angeben. Mondu bezahlt den Händler im Voraus und zieht die Zahlung direkt von den Geschäftskunden ein, auch Inkasso und Mahnwesen werden im Auftrag des Verkäufers übernommen. Damit deckt Mondu das Ausfallrisiko für den Marktplatz komplett ab.
Die Lösung ist flexibel und anpassbar, wodurch Marktplätze ihre genauen Anforderungen in Bezug auf die ihren Kunden angebotenen Zahlungsmethoden und Zahlungsbedingungen umsetzen können.
In Folge profitieren B2B-Marktplätze von höheren Warenkorbgrößen und Konversionsraten. Auf lange Sicht schafft nahtloses Buy Now, Pay Later eine höhere Kundenzufriedenheit und -treue, was die Akquisitionskosten senkt und den Customer Lifetime Value erhöht.
Die Zeit ist reif: Auf die Plätze, fertig, los!
Wenn Sie mit dem Aufbau eines B2B-Marktplatzes starten wollen, ist jetzt der richtige Zeitpunkt dafür. Je mehr neue B2B-Marktplätze entstehen und Nischen besetzen, desto schwieriger wird es in Zukunft werden, hochwertige Anbieter anzuziehen und den eigenen Marktplatz zum Erfolg zu führen. Gelingt es Ihnen jedoch, einen State-of-the-art B2B-Marktplatz vor Ihren Mitbewerbern zu eröffnen und die angesprochen Stolpersteine zu umgehen, stehen Ihnen goldene Zeiten bevor.
Haben Sie weitere Fragen zum Thema und möchten Sie wissen, wie Mondu Sie dabei unterstützen kann? Wir sind für Sie da – dann können Sie uns hier kontaktieren.
FAQ: Der B2B-Handel neu definiert
B2B-Marktplätze sind digitale Plattformen, die Geschäftskunden und Verkäufer zusammenbringen, um Transaktionen durchzuführen. Im Gegensatz zu B2C-Plattformen wie Amazon oder eBay, die sich an Endverbraucher richten, sind B2B-Marktplätze auf die Bedürfnisse von Unternehmen zugeschnitten. Sie zeichnen sich durch komplexere Transaktionsprozesse, höhere Auftragswerte und spezifische Anforderungen an Zahlungsmethoden und Risikomanagement aus.
B2B-Marktplätze bieten Händlern mehrere entscheidende Vorteile:
- Erhöhte Reichweite: Zugang zu einer breiteren Kundenbasis.
- Erweiterte Zielgruppen: Erschließung neuer Märkte und Kundensegmente.
- Umsatzsteigerung: Potenzial für höhere Verkaufszahlen durch hohen Traffic und gute Konversionsraten auf etablierten Marktplätzen.
Diese Vorteile ermöglichen es Händlern, ihre Präsenz im digitalen B2B-Handel effektiv auszubauen und neue Geschäftsmöglichkeiten zu erschließen.
Für Käufer bieten B2B-Marktplätze mehrere attraktive Vorteile:
- Großes Sortiment: Zugang zu einer breiten Palette von Produkten und Dienstleistungen an einem zentralen Ort.
- Hohe Preistransparenz: Einfacher Vergleich von Angeboten verschiedener Anbieter.
- Benutzerfreundlichkeit: Eine professionell betriebene Plattform bietet eine einfache und verlässliche Einkaufserfahrung.
- Risikominimierung: In Zeiten von Lieferengpässen können B2B-Marktplätze dazu beitragen, Probleme mit der Supply Chain zu lösen und die Geschäftskontinuität aufrechtzuerhalten.
Diese Vorteile machen B2B-Marktplätze zu einer attraktiven Option für Unternehmen, die ihre Beschaffungsprozesse optimieren möchten.
B2B-Marktplätze stehen vor mehreren Herausforderungen und Risiken:
- Verkäufer-Risiko: Unvollständige oder falsche Produktinformationen sowie nicht korrekt oder rechtzeitig gelieferte Bestellungen können dem Ruf des Marktplatzes schaden.
- Daten-Risiko: Die Speicherung sensibler Kundendaten erfordert strenge Sicherheitsmaßnahmen und Einhaltung der Datenschutz-Grundverordnung.
- Compliance-Risiko: Betreiber müssen sich an ständig ändernde regionale und nationale Steuer- und Bankvorschriften anpassen.
- Ausfall-Risiko: Die hohen Auftragswerte im B2B-Bereich erfordern ein zuverlässiges Risikomanagement und eine robuste technische Infrastruktur.
Um diese Risiken zu minimieren, müssen B2B-Marktplätze klare Standards für Verkäufer setzen, in Datensicherheit investieren, rechtliche Expertise aufbauen und zuverlässige Zahlungslösungen implementieren.
Zahlungsoptionen spielen eine entscheidende Rolle für den Erfolg von B2B-Marktplätzen. Laut dem Artikel wünschen sich 95 Prozent der Unternehmen in Deutschland beim Online-Einkauf den Kauf auf Rechnung. Allerdings bieten nur 84 Prozent der B2B-Onlineshops mindestens eine Option zur zeitversetzten Zahlung an, und nur 45 Prozent bieten allen Kundentypen Zahlungsaufschub an.
Um erfolgreich zu sein, müssen B2B-Marktplätze:
- Die von Einkäufern bevorzugten Zahlungsmethoden anbieten, insbesondere den Kauf auf Rechnung.
- Eine nahtlose und einfache Zahlungsabwicklung gewährleisten, die die Komplexität im Hintergrund verbirgt.
- Flexible Zahlungsoptionen wie Buy Now, Pay Later (BNPL) integrieren, um die Attraktivität für Geschäftskunden zu erhöhen.
Die Implementierung dieser Zahlungsoptionen kann zu höheren Warenkorbgrößen, besseren Konversionsraten und langfristig zu einer höheren Kundenzufriedenheit und -treue führen.
Für ein effektives Risikomanagement bei Zahlungen können B2B-Marktplätze folgende Maßnahmen ergreifen:
- Integration von Bonitätsprüfungen: Implementierung von schnellen, nahtlosen Bonitätsprüfungen direkt im Online-Checkout-Prozess.
- Zusammenarbeit mit spezialisierten Zahlungsdienstleistern: Nutzung von Diensten wie Mondu, die Vorauszahlungen an Händler leisten und das Inkasso bei Kunden übernehmen.
- Automatisierung von Prozessen: Einführung von Systemen, die flexible Zahlungsziele, Factoring und Betrugsprävention im Rahmen des Checkouts handhaben.
- Klare Richtlinien: Festlegung und Durchsetzung von Standards für Verkäufer zur Minimierung von Risiken im Zusammenhang mit Produktinformationen und Lieferungen.
Diese Maßnahmen helfen, das Ausfallrisiko zu minimieren und gleichzeitig ein reibungsloses Einkaufserlebnis für B2B-Kunden zu gewährleisten.
Die Digitalisierung spielt eine zentrale Rolle in der Entwicklung und dem Wachstum von B2B-Marktplätzen:
- Beschleunigte Adoption: Die COVID-19-Pandemie hat die Digitalisierung des B2B-Handels und des Zahlungsverkehrs stark beschleunigt.
- Veränderte Kundenerwartungen: B2B-Kunden erwarten zunehmend digitale Lösungen, die denen im B2C-Bereich ähneln.
- Effizienzsteigerung: Digitale Prozesse ermöglichen eine rationellere Beschaffung und bessere Kundenkenntnisse.
- Innovationen im Zahlungsverkehr: Die Digitalisierung ermöglicht neue Zahlungslösungen wie Buy Now, Pay Later für B2B-Transaktionen.
Die fortschreitende Digitalisierung eröffnet neue Möglichkeiten für B2B-Marktplätze, ihre Dienstleistungen zu verbessern und sich an die sich wandelnden Bedürfnisse von Geschäftskunden anzupassen.
Der Artikel argumentiert, dass jetzt ein günstiger Zeitpunkt ist, um einen B2B-Marktplatz zu starten, aus folgenden Gründen:
- Wachsende Nachfrage: Die Digitalisierung und veränderte Kundenerwartungen treiben die Nachfrage nach B2B-Marktplätzen.
- Früher Markteintritt: Je mehr neue B2B-Marktplätze entstehen, desto schwieriger wird es in Zukunft, hochwertige Anbieter anzuziehen und sich zu etablieren.
- Nischenbesetzung: Es gibt noch viele unbesetzte Nischen im B2B-Marktplatz-Sektor.
- Technologische Reife: Die verfügbaren Technologien und Zahlungslösungen ermöglichen die Schaffung ausgereifter B2B-Marktplätze.
Ein frühzeitiger Start ermöglicht es, eine starke Position im Markt aufzubauen, bevor der Wettbewerb intensiver wird. Unternehmen, die jetzt einen State-of-the-art B2B-Marktplatz lancieren und die angesprochenen Herausforderungen meistern, haben gute Aussichten auf Erfolg in diesem wachsenden Segment.